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Harz Hike der Rover

Mittwoch, 22.5.08
Endlich geht es los! Um 19 Uhr sprangen wir in Roberts „Ein-Guss-Auto“, um in den wunderbaren Harz zu fahren.
Dank Markus’ Navi fanden wir auch schnell die Autobahn, um dort dann Stau vorzufinden. Er sollte sich nicht als der Einzige herausstellen. Die folgende Fahrt kann man ganz kurz zusammenfassen:
Stau-Baustelle-Stau-Stau-Baustelle…
Nach 2 Stunden hatten wir dann endlich die Hälfte der Fahrt hinter uns gebracht und hielten an einem Rastplatz. Aßen dort ein kleines aber feines Brötchen für 4-5 Euro und fuhren dann auch schon weiter. Nach insgesamt viereinhalb Stunden Fahrt kamen wir endlich in der Harzer Stadt Wernigerode an. Auf einem Parkplatz im Wald schliefen wir dann mehr oder weniger gut.
Donnerstag, 23.5.08
Nach einer sehr kurzen Nacht, wurden wir am Morgen liebevoll von einigen LKWs geweckt, die die auf dem Waldparkplatz gelagerten ...
Somit wurde kurz gefrühstückt und gewaschen und das Auto auf einem Parkplatz an der Wernigeroder FH abgestellt.
Somit stiefelten wir los. Schon bald befanden wir uns in den Wäldern der Harzer Berge. Der bekannte Sturm “Kyrill“ hatte auch hier deutliche Spuren hinterlassen. Also wir dann nach einiger Zeit nicht mehr wirklich wussten wo wir denn genau waren, hatten wir unsere erste Begegnung mit Harzer Eingeborenen: Baumfäller. Diese begrüßten uns dann auch freundlich („Wieso steckt man sich denn in so eine Uniform und läuft durch den Wald?“). Nachdem wir diese Unklarheit beseitigt hatten, wiesen sie uns dann auch den Weg in Richtung Brocken. Anscheinend trauten sie uns sehr viel zu („Wenn ihr so weiterlauft, seid ihr um 22 Uhr in Plessenburg“). Nun, da wir endlich den Weg gefunden hatten, gingen wir weiter.
Genau zur Mittagszeit erreichten wir dann Plessenburg (man erinnert an die Worte des Holzfällers). Und welch ein Zufall: Es gab hier eine Gaststätte. Also schnell etwas zu Essen zu annehmbaren Preis besorgt. Die nette Dame war nicht gerade geizig mit ihren Portionen und somit wurden wir gut satt. Nach kurzer Pause ging es dann auch weiter Richtung Brocken. Auf dem Weg zu dem höchsten Berg Norddeutschlands fanden wir jede Menge interessante Natursehenswürdigkeiten vor, wie Klippen oder den Fluss Ilse und seine kleinen Wasserfälle. Und da sahen wir ihn schon: den Aufstieg. Auf dem Heinrich-Heine Weg ging es dann los. Der Anstieg war schon schwierig, aber was wir nicht wussten, es solle noch schlimmer kommen. Nach einem kurzen, aber schon knackigen Anstieg machten wir eine leckere Salamipause, um uns für den Anstieg zu stärken. Dann ging es los. Auf einem Panzerweg aus vergangenen Zeiten gingen wir nun den Brocken hoch. Oder soll ich besser sagen: kletterten?! Nach jeder Kurve erhofften wir uns, dass es endlich bergab geht, aber Fehlanzeige… Wir müssten schon ziemlich geschafft ausgesehen haben, weil ein Pärchen, welches gerade den Weg locker runterspazierte uns anlächelte und Mut machte: „Ihr habt noch einiges vor euch“. Also ging es mit voller Motivation weiter. Endlich oben angekommen wurden wir von der Harzer Eisenbahn begrüßt und wurden mit einer super Aussicht belohnt. Auch sahen wir schon unsere Nachbarn für die erste Nacht: (wild lebende) Füchse, die mit Bratwürsten von einem Pommesbudenbesitzer „gefüttert“ wurden.
Markus und Clari machten sich dann auf dem Brocken auf den Weg, ein Winterquartier zu suchen, während Robert und Matze ein Bergsteigerpils genossen (welches Robert aufgrund des anstrengenden Aufstiegs sogar gar nicht mehr schmeckte).
Als Nachtquartier diente uns dann das „Wolkenhaus“, in welchem Goethe mal gelebt hat. Es erinnert zwar mehr an eine Bushaltestelle, aber war als Schlafmöglichkeit allemal in Ordnung.
Bevor wir uns zum Schlafen hinlegten, hatten wir noch eine interessante Begegnung mit einem Selmer Ehepaar. Wie sich herausstellte, waren das die Münsterbergs, deren Söhne (Kai und Maik) auch mal aktiv im Pfadfinderstamm Selm waren. Die Welt ist doch klein…
Mittwoch, 24.5.08
Nach einer mehr oder weniger erholsamen und kalten Nacht auf dem Brocken, freuten wir uns auf eine saubere Toilette, die für die Touristen vorhanden war. Da gab es nur einen Knackpunkt, oder, um genau zu sein, zwei.
Erstens: der Toilettenspaß kostet einen Euro. Zweitens: die Toilette war durch ein dickes Drehtor abgesperrt.
Also das Portmonee geholt und ein Euro bezahlt. Matze sah dies nicht ein und kletterte kurzerhand unter das Drehtor her. Gestärkt durch einen wertvollen Kaffee (war der aus Gold?!) ging es wieder den Brocken hinunter. Es stellte sich heraus: Bergab ist nicht unbedingt angenehmer, als bergauf. Kurz vor dem Ende des schönen Panzerweges wurden wir von einer Karawane Mountainbikefahrer überholt, die in halsbrecherischen Geschwindigkeiten den Berg hinabfuhren.
Unten angekommen sahen wir es schon: Einen Biergarten! Super! Hier doch gleich mal hingesetzt und ein leckeres, zweites Mittagsfrühstück zu sich genommen. Der Wirt erzählte uns dann auch, dass es durch die Mountainbikefahrer, wie wir sie begegnet sind, auch schon einige Todesfälle auf dem Brocken gegeben hat, weil diese Fußgänger umfahren. Gut, dass wir nicht mehr auf dem Brocken waren ;-)
Nach dieser Stärkung ging es dann weiter Richtung Eckerstausee. Nach kurzer Strecke sahen wir ihn auch schon. Den großen Stausee und die Talsperre, auf der gleichzeitig die ehemalige Ost-West-Grenze war. Also: Nix wie hin. Ein älterer Herr wie uns schon freundlich darauf hin, dass wir die Personalausweise schon mal bereithalten sollten, weil dies ja an der Grenze verlangt wird. Doch kurz vor der Grenze geschah es, das wohl niederschmetterndste Erlebnis auf der Tour: Robert hatte seinen Wanderstock verloren (naja, eigentlich vergessen). Auch sahen wir die Schutzhütte, in der unsere tapferen Harz-Vorstreiter (Timo, Pille, Hucky und Markus) sich der Schnakiinvasion beugen mussten. Diese war bereits schon etwas demoliert, anscheinend hatten die Schnakis gesiegt und die Schutzhütte gehalten.
Etwas weiter entdeckten wir etwas weiteres, was man nicht gerade alle Tage sieht: eine Treppe im Wald. Diese führte um genau zu sein nirgendwo hin, war aber lustigJ.
Aber nun haben wir endlich die Talsperre erreicht und erstaunlicherweise gab es keine Ausweiskontrolle. Endlich im Westen angekommen wurden dann auch schnell an einem Brunnen die Trinkwasservorräte aufgefrischt, da das Wasser, das wir im Osten erhalten haben irgendwie modrig schmeckte…
Dann schlugen wir die Strasse Richtung Bad Harzburg ein, um dort hinzugehen. Ja, warum eigentlich? Tja, das fragten wir uns dann 4 km vor der Stadt auch und dachten uns, dass wir dann doch Richtung Rabenklippe gehen, weil wir doch irgendwie gar nicht in die Stadt mussten. Aber vor dem Aufbruch musste man natürlich erst mal noch ein (reichlich wertvolles) Bier in dem Biergarten trinken (war das aus Gold?!). Auf der Suche nach einer Schutzhütte erblickten wir unsere neuen Nachbarn für die (zumindest geplante Übernachtung)
an der Rabenklippe: Luchse. Dieses Gehege, gesichert durch einen äußerst Vertrauen erregenden Maschendrahtzäunchen, befand sich direkt neben, ja, wo neben wohl? Einem Biergarten, richtig!
Also, hier dann erst mal ein, zwei Bierchen - Wittinger(!) - getrunken, um dann die Nacht in dem zum Biergarten gehörenden Carport vorzubereiten. Ein bekannter des Wirts wies uns noch darauf hin, dass wir doch besser auf die Waschbären aufpassen sollten, da es diese hier wohl in recht großer Zahl gäbe.
Nachdem Markus aus dem Wald kam, erzählte er uns schon, dass das mit den Waschbären wohl stimmt, da er schon welche gesehen hat, inklusive der guten alten Füchse.
Davon ermutigt, meinte Robert, er wolle mal Tiere gucken gehen und spazierte dann auch hinter die Hütte (die sich übrigens direkt neben einer Biomülltonne befand), um dann nach
ca 5 Minuten wiederzukommen, weil er wohl von einer Horde Wildschweinen „besucht“ wurde.
Diese sahen wir dann auch kurze zeit später hinter unserer Hütte rumrennen. Vielleicht war es doch keine so kluge Idee gewesen, beim Kochen die Hälfte des Essens (aus Versehen) zu verschütten…
Also machten wir uns kurzerhand wieder auf dem Weg nach Bad Harzburg, da es uns mit diesen possierlichen Tierchen doch zu ungemütlich wurde. Dieses mal wussten wir auch, was wir da wollten: schlafen. Nach einem kurzen Kneipenbesuch fanden wir auch ein hübsches Plätzchen: ein Fußballfeld. Also schnell alles aufgebaut und auf den gemütlichen Rasen hingelegt.
Donnerstag, 25.5.08
Nach einer viel erholsameren Nacht, als die auf dem Brocken erwachten wir auf dem Sportplatz (Im Dunkeln sah er doch kleiner aus?!) im strahlenden Sonnenschein. Wunderbares Wetter, um nun den Weg in Richtung Ilsenburg einzuschlagen.
Auf dem Weg dorthin erfuhren wir dann auch, warum im ganzen Harz riesige Felsbrocken herumlagen, als wenn jemand sie einfach dahin geschmissen hätte: In der Eiszeit führten die Gletscher aus Norwegen die Brocken bis in den Harz und da liegen sie noch heute.
Wieder was gelernt!
Doch schon etwas angeschlagen trafen wir dann nach gut 8 Kilometern in Ilsenburg ein, um dort dann erst mal was vorzufinden? Quatsch, kein Biergarten, eine Pommesbude! Auch noch bezahlbar! Also nix wie hin und erst mal lecker Calzone, Gyros oder Schnitzel verdrückt.
Danach ging es dann gut gesättigt ab zu dem hübschen See, um dort ein wenig zu entspannen.
Doch der Frieden in diesem malerischen Dörfchen trügt… Kurz nachdem wir uns auf die hübsche Wiese gelegt hatten, hörte man sie schon, die natürlichen Feinde des Eichhörnchens: Punks. Diese hatten schon eines erbeutet und warfen es daraufhin in den See. Was dieses Verhalten bezwecken soll, verstanden wir auch nicht so ganz, aber es wurde auch interessanter. Denn: die natürlichen Freunde des Punks? Natürlich! Nazis! Als diese aufeinander trafen gab es erst mal eine dicke Umarmung und dann trennten sich die einen, um Bierspiel zu spielen, oder um „Musik“ zu hören. Wahrhaftig, ein friedliches Dörfchen (Nur zur Information: Wir befinden uns wieder im Osten).
Nachdem wir dann eine Zeit lang gelegen hatten und das Schauspiel beobachtet haben, zog es uns dann doch wieder in die Zivilisation Wald, doch da kamen uns zwischendurch doch zwei Dinge in den Weg: erstens: Ein Biergarten, zweitens: ein Kartenleseproblem/ eine schon recht seltsame Ausschilderung.
Aber als wir dann doch noch den richtigen Weg gefunden haben kamen ES. Und ES kannte Markus noch zu gut: Schnakis (besser bekannt unter Nematocera oder auch Mücke).
Doch wir schugen uns durch ihr Gebiet und nach kurzer Zeit mussten wir die erste Pause einlegen, da es Markus Knie und Matzes Füßen nicht mehr so blendend ging.
Neu bewaffnet und geschützt mit einer guten Antimückenwaffe (Autan).
Setzten wir dann zum Endspurt an. Dieser wurde dann allerdings noch mal unterbrochen, da Matze es dann doch nicht mehr in seinen Wanderschuhen aushielt und auf Claris Trekkingsandalen wechselte (passten erstaunlich gut, dafür, dass es Damenschuhe sind…)
Nach weiteren drei Kilometern haben wir die Kreuzung erreicht, an der wir Tage zuvor Richtung Brocken gelaufen sind. Somit hat sich der Kreis geschlossen und wir kamen nach Wernigerode (ein Tag früher, las geplant).
Und nun stellte sich eine neue Frage: Wo übernachten? Nach kurzem Hin und Her entschlossen wir uns, doch schon den Heimweg anzutreten.
Doch auf der menschenleeren Autobahn (es war inzwischen 12 Uhr) merkten wir, dass eine dunkle Autobahn, mit einer Strecke von ca. 200 Kilometern doch sehr ermüdend ist und wir besser an einem Rastplatz eine Stunde schlafen sollten.
Also hauten sich Matze und Clari auf den Parkplatz mit Isomatte und Schlafsack und Markus und Robert schliefen im Auto. Aus der einen Stunde wurde dann doch eineinhalb Stunden. Abgesehen davon wurden wir auch noch zu einer Touristenattraktion für einen Bus voll Polen, die wohl etwas erstaunt waren, schlafende Leute auf dem Parkplatz liegend zu entdecken.
Etwas wacher ging es dann weiter Richtung Selm… Um fünf Uhr erreichten wir dann endlich Selm und konnten uns erst mal in unseren gemütlichen Betten so richtig ausschlafen.
Also alles in allem eine sehr gelungene und abwechslungsreiche Tour, in der wir sehr vieles gelernt hatten:
- Fronleichnam ist im Osten KEIN Feiertag
- Punks sind die natürlichen Feinde des Eichhörnchens
- Der Brocken ist weder der Watzmann, noch der Mount Everest und heißt auch nicht „Der Harz“
- Im Westen gibt es Rettungspunkte und Schutzhütten, in denen man sogar schlafen kann, im Osten ist das schon eher Schwieriger
- Matze weiß schon wovon er redet
- Im Harz gibt es Biergärten:-)
Und vieeeeles mehr
Also sehr lohnenswerte Tour und vor allem wiederholungsbedürftig
Matze, Markus, Robert und Clari


