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Schildkrötenlager in Castrop-Rauxel

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Alles ging im Sonnenschein am Freitag los. Gegen 15.00 Uhr trudelten alle am Jugendheim ein. Erstes großes Chaos (wie gesagt: Erstes!; es sollten noch einige folgen): Wer fährt in welchem Auto mit? Wie passt das ganze Gepäck in die Autos? Und, Moment, da fehlt ja noch die ein oder andere Isomatte („Ich fahre nochmal schnell los und kaufe eine.“)!

Irgendwann konnte es dann los gehen, da ToBa so lieb war einige Kinder nach Castrop-Rauxel zu fahren und da das Gepäck auf der Pritsche Platz fand.Endlich angekommen konnte auch direkt der Aufbau beginnen und dank der Hilfe von ToBa und Dackel mussten am Ende nur noch die letzten Heringe eingeschlagen werden.ImageWährend Clari und Milena die Kinder bei Laune hielten, zauberte Natti in der Küche lecker Nudeln mit Bolognese. Eine gute Entscheidung, denn es stellte sich bei vielen Kinder als Lieblingsessen heraus. Zum Nachtisch gabs dann Marshmallows und überraschenderweise ging der Großteil der Schildkröten gegen 23.00 Uhr freiwillig (!) ins Bett.

Gerade mit den „Ersatzmutterpflichten“, mit Umziehen, in den Schlafsack packen und „Gute-Nacht-Küsschen“ verteilen, fertig, ging es Draußen los. Ach ja, da kam ja noch Besuch! Welch Überraschung! ;-) Also, alle Kinder wieder raus und auf Überfallerjagd!

Diese stellte sich allerdings als schwierig heraus, denn es lässt sich nur schwer laufen, wenn sich 4 Schildkröten gleichzeitig an einem festklammern! Da musste eine andere Lösung her um die Überfaller ausfindig zu machen. Allerdings ging der Versuch eine Polonäse quer über den Lagerplatz zu machen oder laut Witze zu erzählen, in der Hoffnung, dass es hinter einem Busch kichert, gründlich in die Hose. Also, einfach weiter warten! Immerhin haben wir Spaß!

Als sich dann nach einiger Zeit die ersten „Gäste“ am Feuer versammelten, nahm Timo die Mädels noch mal unter seine Fittiche, um sie von seinen „Überfallerskills“ zu überzeugen.

Nach einem leckeren „Fahrradfahrer“ (Radler ;-)) ging es für die Jungs auch wieder los nach Hause und für die Kids ab ins Bett. Die Nacht verbrachten viele dann ohne ihre Schlafhose, da beim Überfall natürlich keiner drüber nachgedacht hatte eine andere Hose anzuziehen und so zogen die Schlafhosen beim Rumschleichen stark die nasse Wiese an. (Es sollten nicht die letzten nassen Hosen an diesem Wochenende bleiben).

Gegen zwei ergaben wir Leiterinnen uns auch der Müdigkeit und verkrümelten uns in unsere Schlafsäcke, nur kurz bevor unser Dauergast zu Besuch kann: Regen!

An dieser Stelle eine kurze Zwischenbilanz: 1 gequetschter Finger, 1 aufgehauener Ellenbogen, diverse andere Macken, Kratzer oder blaue Flecken. Desweiteren 3-mal Heimweh (alles dabei: kleine Krokodils- oder besser Schildkrötentränen bis hin zu Schnappatmung verursachenden Heulkrämpfen), sowie ca. 15 nasse Hosen und 8 Paar nasse Schuhe. 

TAG 2 

Dieser Tag sollte (leider) sehr früh beginnen. Ein kurzer Einblick in den möglichen Gedankengang einer Schildkröte an diesem Morgen: „Es ist hell, da steht man auf!“ Den Kindern war zu diesem Zeitpunkt noch nicht bewusst, dass es schon um 6 Uhr durchaus hell ist. Aber, es nützt ja alles nix, dann stehen wir halt alle „etwas“ eher auf. Für uns Leiterinnen war erstmal folgendes wichtig: die Kinder in trockene und warme Klamotten stecken, alles was nass ist aufhängen und KAFFEE (am besten direkt ne Infusion!).

Nach dem Frühstück stand uns dann der Regen im Weg. Kurzerhand wurde umdisponiert und Plan B in die Tat umgesetzt. So verbrachten wir die nächste Zeit mit Malen, Knotenkunde und allem was sonst noch so im Nepal machbar war.

Gegen 11.30 Uhr dann die nächste schlechte Nachricht: WINDPOCKEN! Na super! Uns bleibt auch echt nichts erspart. Auch die Mutter des betroffenen Mädchens bleibt zunächst unerreichbar, schafft es aber später doch noch ihr Kind abzuholen. Nun war Natti, die angehende Kinderkrankenschwester, gefragt. Sie versammelte alle Kinder im Aufenthaltsraum und das Gemecker beim Kommando „Ausziehen!“ bekamen Clari und Milena bei den Essensvorbereitungen in der Küche zum Glück nicht ganz mit, aber Natti zog die Aktion knallhart durch und am Ende stellte sich heraus, dass niemand komische rote Flecken aufwies, außer Milena. Nach einigen Telefonaten und einem kurzen Besuch beim Arzt, konnte das Thema Windpocken dann aber endgültig abgehakt werden.

Auch der Regen hatte endlich mal aufgehört, also unternahmen wir am Nachmittag einen Spaziergang und vorm Abendessen tauchte „Märchentante“ Natti mit den Kindern in die Tiefen der Pfadfindergeschichte ab. Nachdem wir uns alle an Reis und Hühnerfrikassee gesättigt hatten, machte sich so langsam aber sicher die Tatsache bemerkbar, dass die Schildkröten mittlerweile seit über 14 Stunden auf den Beinen waren.

Auch die Folgen des schlechten Wetters und der eher nachlässige Umgang der Mädels mit trockenen Klamotten (an dieser Stelle möchten wir nur kurz das Wort Wasserfußball fallen lassen ;-)) führte nicht nur zu Frieren, sondern vor allem auch zu Tränen. Das nach einigen Umzieh- und Kleidungstauschaktionen die Kinder wieder trocken waren bedeutete natürlich nicht, dass sich auch die Augen daran hielten, aber wie Clari so schön sagte: „Das ist jetzt die Art von Heimweh, die man einfach mal ignorieren muss!“ und siehe da, alles wieder gut.

Nachdem endlich alle in ihren Zelten untergebracht waren und wir die völlig mit Stockbrotteig eingeschmierten Waschbecken schon mal einigermaßen sauber gemacht hatten, gönnten wir uns noch einen heißen Kakao und verschwanden auch im Bett.

TAG 3

Der Sonntag begann dann nicht ganz so früh. Nach dem Frühstück ging es also direkt ans Aufräumen und Sachen packen. Um 11.30 Uhr kam Dackel mit der Pritsche und gegen 12.00 Uhr dann Hucky, die es beide schafften die Kinder nochmal ordentlich zu motivieren, so dass schon fast alles verladen war, als um 13.00 Uhr zwei Elternteile und Heller zum Abholen kamen.

Zum Abschluss machten wir mit den Schildkröten noch eine Reflexion und stellten zum Glück fest, dass es trotz der vielen Widrigkeiten allen gut gefallen hat und einer weiteren Fahrt mit den Schildkröten nichts in Weg steht.
Wir Leiterinnen können an dieser Stelle sagen, dass es zwar ein sehr anstrengendes, aber auch ein total tolles Wochenende mit unserer Sippe war. Die Kinder haben sich in ihrem ersten Lager bravourös geschlagen und einige Kinder haben uns echt von Hocker gehauen.

Nochmal „Danke“ an alle, die zum Erfolg des Wochenendes beigetragen haben! 

Wir sind auf jeden Fall bereit für eine weitere „Voyage, Voyage“!!! 

Natti, Clari und Milena

   
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